125 Jahre Schützenverein
Todenmann von 1886 e.V.
"Üb Aug und Hand fürs Vaterland"
Vor Einhundertfünfundzwanzig Jahren, als Todenmann noch eine selbstständige Gemeinde und der Colon Friedrich-Wilhelm Müller (Nr. 32) Bürgermeister von 446 Einwohnern war, fanden sich im April 1886 22 Männer unter diesem Wahlspruch zusammen, um einen Schützenverein zu gründen.
Nun war die Gründung dieses Vereins beileibe kein plötzlicher und überraschender Beschluß, denn schon früher hatten sich Todenmanner zu einer Schützengemeinschaft zusammengefunden. Wenn auch keine schriftlichen Unterlagen darüber existieren, so blieb doch wenigstens die Schützenscheibe des Jahres 1882 noch lange Jahre erhalten, in dem Ludwig Fieker (Nr. 2) Schützenkönig geworden war.
Geschossen wurde damals im "Knick", am heutigen Schützenbrunnen, und zwar mit einem alten Armee-Karabiner, 98 lang, aus einer Entfernung von 100 m.
Die Namen der damaligen Mitglieder wie Fieker, Brandt, Harting, Möller, Droste, Müller, Höfer und Schmidt sind auch heute noch in Todenmann zahlreich vertreten. Aus der Anfangszeit hat sich bis auf den heutigen Tag die Tradition herausgebildet, dass in jedem Jahr im Sommer ein Schützenfest, in früheren Jahren im Zelt, seit 2004 in unserer Mehrzweckhalle stattfindet. Als äußeres Zeichen trugen die Schützen einen Schützenhut mit Feder und die Chargierten eine Schärpe. Ein besonderer Förderer des Vereins war der seinerzeitige Landrat von Ditfurth, Todenmann-Dankersen, der es sich nicht nehmen ließ, regelmäßig mit seiner Familie an den Schützenfesten in Todenmann teilzunehmen.
Der Erste Weltkrieg bedeutete einen tiefen Einschnitt: Vier Jahre lag, das Vereinsleben brach -11 Kameraden fielen in Frankreich und Rußland und kehrten nicht in die Heimat zurück. Doch die überlebenden Vereinsmitglieder nahmen nach ihrer Rückkehr aus dem Weltkrieg alsbald den Schießsport wieder auf.
Zehn Jahre später, 1928, wurde der Schützenbund „Weserbergkette" ins Leben gerufen. An der Gründungsversammlung am 4. März 1928 nahmen die Schützenvereine aus Fülme, Wülpke, Kleinenbremen und Todenmann teil. Alle Vereine schlossen sich dann auch tatsächlich zu dieser Schützengemeinschaft zusammen. Der erste Vorstand setzte sich zusammen aus dem 1. Vorsitzenden Wilhelm Rennekamp, Kleinenbremen, dem 2. Vorsitzenden Fritz Schmidt, Todenmann, dem Kassierer Hermann Wippermann, Wülpke, und dem Schriftführer Wilhelm Schmidt, Fülme. Im Jahre 1929 traten auch die Schützenvereine aus Eisbergen, Schermbeck und Nammen dem Schützenbund der „Weserbergkette" bei. Bereits im Gründungsjahr fand ein Diplomschießen statt; die drei besten Schützen dieses
Schießens waren B. Rennekamp aus Kleinenbremen mit 83 Ring und Gustav Columbus und Wilhelm Brandt, beide aus Todenmann, mit je 80 Ring. Der Zusammenschluss der genannten Vereine hat sich bis auf den heutigen Tag bewährt. Sichtbares Zeichen des Zusammengehörigkeitsgefühls waren die regelmäßigen Treffen zu Übungsschießen, die Pflege der Kameradschaft und vor allem als Höhepunkt des Jahres das Schützenfest des Bundes der „Weserbergkette", das nach wie vor im jährlichen Wechsel auf das Wettkampfschießen folgt.
Vorsitzender des Schützenbundes der „Weserbergkette" ist heute
Dieter Korff aus Todenman.
Dem 50jährigen Jubiläumsschützenfest am 14./15. Juni 1936 folgte bald der zweite tiefe Einschnitt im Vereinsleben: Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges ließ naturgemäß keinerlei Vereinsaktivitäten zu. Von 1939 bis 1945 ruhte die Vereinstätigkeit, da alle wehrfähigen Männer eingezogen worden waren. Der Zusammenbruch des Reiches und das Kriegsende brachten nicht sogleich wieder ein Aufleben des Vereins: Die Siegermächte hatten den Deutschen jede schießsportliche Betätigung verboten.

Erst am 17. Juni 1950 durften sich wieder die Mitglieder des Schützenvereins Todenmann im Lokal Droste versammeln, um den nun wiederum gestatteten Schützenverein neu aufleben zu lassen. In dieser Versammlung wurden Wilhelm Droste zum 1. Vorsitzenden, Heinrich Schmidt sen. zum 2. Vorsitzenden, Heinrich Schmidt jun. zum 1. Schriftführer, Karl Korff zum 2. Schriftführer, Heinrich Brackhage zum 1. Kassierer und Wilhelm Hinze zum 2. Kassierer gewählt.

Bereits einen Tag später, am 18. Juni 1950, nahm der Schützenverein am Schützenfest in Schermbeck teil. Das erste Schützenfest in Todenmann folgte erst ein Jahr später, und zwar am 24./25. Juni 1951. Zu diesem Fest wurden die Schützenvereine Rinteln, Eisbergen, Fülme, Kleinenbremen, Luhden, Schermbeck und Wülpke eingeladen. Im Jahre 1953 wurde beschlossen, daß sich jeder Schütze eine Uniform anzuschaffen habe, wie sie auch heute noch getragen wird. Erstmals zeigten sich die Todenmanner in ihr auf dem Schützenfest in Rinteln.
Auch sie ist ein Ausdruck unserer Zusammengehörigkeit und Zeichen unseres Gemeinschaftsgefühls. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Mitgliederzahl stetig aufwärts, das Vereinsleben blühte auf und die Kameradschaft festigte sich. Entsprechend gestaltete sich als imposanter Höhepunkt 1986 das 100jährige Jubiläum des Schützenvereins welches als Kreisschützentreffen des Schützenkreises Schaumburg im großen Festzelt gefeiert wurde. Die Vereinsmitglieder und auch der Spielmannszug halten die Kontakte zu den befreundeten Vereinen aufrecht, indem sie die Schützenfeste und Königsbälle besuchen.

Der frühere Ort der Schießveranstaltungen im "Knick" wurde Anfang der Dreißiger Jahre aufgegeben und am Grundstück Droste ein neuer Schützenstand errichtet. Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass der Schießstand und die Anzeigedeckung ohne Bedachung waren. Der Neuanfang nach dem Krieg führte auch dazu, dass eine Mitgliederversammlung am 12.9.1964 beschloss, einen neuen Schießstand, ebenfalls auf dem Grundstück des Schützenkameraden Wilhelm Droste, zu errichten. Er stellte das Gründstück dankenswerterweise unentgeltlich zur Verfügung. Hervorragenden Anteil an der Planung und der Bauausführung hatte der ehemalige Vereinsvorsitzende Heinz Korff. Aber Erwähnung verdient es auch, dass der Schützenstand dank der Initiative und Anstrengung des gesamten Vereins ohne jegliche Zuschüsse und Fremdgeld gebaut werden konnte.
Im Laufe der Jahrzehnte wurde unsere Heimstätte immer weiter ausgebaut und modernisiert. Ebenso ist in den Jahren in neue, automatische Scheibenzuganlagen investiert worden.
Heute stehen den Mitgliedern des Schützenvereins Todenmann mit 4 Kleinkaliber-, 6 Luftgewehrbahnen und einem geräumigen Aufenthaltsraum ein sportgerechtes und gleichzeitig gemütliches Schützenhaus zur Verfügung.

Die erste Vereinsfahne wurde im Jahre 1914 angeschafft. Sie ist mit den Schützenemblemen geschmückt und trägt die Aufschrift "Üb Aug und Hand fürs Vaterland". 1945 konnte Wilhelm Brandt (Nr. 71) die Fahne dem Zugriff der amerikanischen Besatzungssoldaten entziehen, indem er sie in einem alten Sod (Ziehbrunnen) versteckte. Sie ist heute auch unsere Traditionsfahne und wird nur bei ganz besonderen Anlässen dem Verein vorangetragen.
1975 wurde aus freiwilligen Spenden eine neue Fahne angeschafft.
Im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" ist der Schützenverein neben den anderen örtlichen Vereinen mit seiner Aktivität hervorragend tätig gewesen. Neben der Arbeit am Schützenbrunnen und der Errichtung der Anlage am Dorfeingang stellt sich der Verein immer wieder in den Dienst der Dorfgemeinschaft.
Im Jahre 1970 wird anläßlich der Jahreshauptversammung eine Damengruppe gegründet. Die Schützenschwestern sind nun nicht mehr Gäste in einem Verein, sondern aktive Sportschützinnen. Zahlreiche Erfolge bei Schießwettkämpfen zeigen dies eindruckvoll.
Als ein nicht nach außen sichtbares Zeichen wurde im Jahre 1999 der Aufenthaltsraum komplett umgestaltet und saniert. Dabei wurden neue Fenster eingebaut und der Innenraum mit einer hellen Wandverkleidung vertäfelt. Um den ganzen den nötigen i-Punkt zu verleihen, wurde die alte Luftheizung gegen eine modere Buderus-Heizung ausgetauscht.
Auch in schießsportlicher Hinsicht sind die Todenmanner immer erfolgreich gewesen. Viele Pokale und Siegerteller die im Schützenhaus stehen verkünden von zahlreichen Erfolgen im „Schützenbund Weserbergkette“.
In den 80er Jahren schaffte es die Schützenmannschaft im „English Match“ bis in die Regionalliga.
Erfolgreichster Einzelschütze dieser Zeit war Dieter Korff der 1978 und 1982 Einzelsieger in der 1. Kreisklasse wurde.
Innerhalb des KSV Schaumburg errangen einige Schützenschwestern und –brüder den Titel des Kreiskönigs bzw. Kreiskönigin.
Angefangen von Dieter Korff der 1966 der 1. Kreisjugendkönig in Schaumburg wurde über Hilde Olminski (2001 Senioren-Damen), Bernd Ostermeier (2002 Kreisalterskönig) und Maik Ostermeier der sich 2003 und 2006 den Titel des Kreisschülerkönigs „erschoߓ.
Aber auch bei den Stadtmeisterschaften gab es viele Erfolge zu verzeichnen, sei es mit der Mannschaft oder auch im Einzel.
Die Ehre des Stadtkönigs in Rinteln konnten einige Schützenkameraden erringen, Frank Exner gelang das sogar zweimal.
Eine schöne Abwechslung zum schiesssportlichen Alltag waren die zahlreichen Ausfahrten, welche zu Anfang noch als Mehrtagesfahrten stattgefunden haben.
An vielen Stammtischen wird immer noch gern über die Busfahrten nach Bad Segeberg, an die Mosel oder andere Ziele geschwärmt.
Heute in seinem Jubiläumsjahr wird der Schützenverein Todenmann von 1886 e.V. von Frank Exner geführt.


Dem Verein gehören 156 Mitglieder, davon 94 Schützen, 31 Schützendamen und 30 junge Schützen unter 18 Jahren an.
© SV Todenmann
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